Evagrius Ponticus

Worte an die Mönche, Worte an eine Jungfrau - Sententiae ad monachos, sententiae ad virginem

Quellen der Spiritualität

16,90 € *

14 x 21 cm, 109 Seiten, gebunden, Band 6 Band-Nr., ISBN 978-3-89680-706-9
Lebensweisheiten vom Vater der geistlichen Literatur

Evagrius Ponticus gilt als wichtiger Theologe und Vater der heutigen geistlichen Literatur. Mit seinen Spruchweisheiten richtet er sich an die ersten Mönche und Nonnen, die in Gemeinschaften lebten. Noch heute sind diese nicht nur für Mönche und Nonnen wichtige Weisungen für ein gemeinschaftliches, spirituelles Leben.

Ponticus gibt darüber hinaus wichtige Impulse zu existenziellen Fragen, u. a. zu unnützen Gedanken, dem inneren Chaos, schlechten Verhaltensmustern oder Nächstenliebe.

Erstmals in deutscher Sprache!

 

Aus dem Kapitel „Höhen und Tiefen gemeinschaftlichen Lebens“:

Das geistliche Leben der Mönche und Nonnen besteht nicht nur aus Gebet und Schriftlesung. Auch die Arbeit gehört dazu. Müßiggang und Trägheit sind verpönt, aber es gibt Mönche, die immer murren und eine passende Ausrede finden, um sich vor der Arbeit drücken zu können. Auch der gute Umgang mit Geld und den Dingen des alltäglichen Lebens gehört zum geistlichen Weg. Es gibt solche, die das Geld lieben; es ist von guten Verwaltern die Rede, die gerecht mit den Brüdern umgehen, aber auch von schlechten Verwaltern, die die Brüder unterdrücken und nachtragend sind.

 

Aus dem Kapitel „Grundüberzeugungen“:

Eine Grundüberzeugung aller antiken Weisheit, die der jüdische Religionsphilosoph Philon von Alexandria (ca. 15. v. – 50 n. Chr.) im Rahmen seiner Abhandlung über die Erschaffung der Welt formuliert, lautet: »Nichts ist schön in der Unordnung«. Deshalb habe Gott seiner Schöpfung eine bestimmte Ordnung gegeben, die im erzählerischen Nacheinander des Sechstagewerkes (Gen 1,1 - 2,4a) zum Ausdruck komme. Diese Ordnung wird in der hebräischen Bibel auf den Begriff der »Gerechtigkeit« (hebr. zedaqah) gebracht und im alten Ägypten durch die Göttin der Gerechtigkeit und Unsterblichkeit (Ma’at) repräsentiert: »Weisheitliche Lebenskunst besteht darin, die allumfassende Ordnung im Lebensvollzug zu erkennen und durch das Tun von Gerechtigkeit zu festigen.« Auf den inneren Zusammenhang von richtiger Erkenntnis und rechter Tat verweist auch das Bedeutungsspektrum des griechischen Begriffes für »Spruch« (gnōmē), der sowohl die Einsicht und die darauf gründende Meinung als auch den willentlichen Entschluss bezeichnen kann.

 

 
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