Guido Kreppold

Selbstverwirklichung oder Selbstverleugnung?

Münsterschwarzacher Kleinschriften

9,95 € *
89 Seiten, broschiert, 10,5 x 18,5 cm, Münsterschwarzacher Kleinschriften Band 112 Band-Nr., ISBN 978-3-87868-612-5
Gefühle in der Nachfolge Jesu

Selbstverwirklichung und Selbstverleugnung sind keine sich ausschließenden Alternativen. Denn Selbstverleugnung im Sinne Jesu heißt nicht, der eigenen Persönlichkeit abzuschwören.

„Selbstverwirklichung" scheint in kirchlichen Kreisen ein Reizwort zu sein, denn für viele ist es gleichbedeutend mit schrankenlosem Egoismus ohne Rücksicht auf die Folgen“, beginnt der Kapuziner Guido Kreppold seine Betrachtungen.

Dass es auch ein anderes Verständnis von Selbstverwirklichung geben kann, zeigt er mit Beispielen aus zwei Gebieten: zuerst aus der Psychologie, dann in der Nachfolge Jesu.

Dabei macht Guido Kreppold deutlich, dass die von Jesus geforderte Selbstverleugnung auch bedeutet, Distanz zu sich selbst zu gewinnen und sensibel für die dunklen Seiten der eigenen Persönlichkeit zu werden. Auf diese Weise kann Selbstverleugnung zu Selbstverwirklichung werden.

 

Aus dem 1. Kapitel "Selbstverwirklichung als Reizthema":

"Der moderne Mensch will unhistorisch sein", sagt Jung, "er will wissen, was eigentlich an den Dingen ist". Er will mit seinem Leben bzw. mit neuen Lebensformen experimentieren. Er will die volle Autonomie, er will sich von niemandem, vor allem nicht von der Kirche, dreinreden lassen, wenn es um Werte und Überzeugungen geht. Er will sie aus sich selbst holen, eben im Rahmen der Selbstverwirklichung.
Ist hier größtes Misstrauen angebracht, oder gibt es Autonomie, Entfaltung der Persönlichkeit, Selbstverwirklichung, die dem christlichen Grundanliegen durchaus nahe kommen kann? (...) Wenn man unter Selbstfindung und Selbstverwirklichung versteht, aufsteigenden Impulsen nachzugeben, damit das Leben leichter, interessanter und abwechslungsreicher wird, dann schließen Selbstverwirklichung und Nachfolge Jesu einander eindeutig aus.

(...) Nicht mehr die durch die Tradition vorgegebenen Rollen der Frau und des Mannes, auch nicht die Meinung der Kirche bestimmen, wie das Leben in den nächsten 20 oder 30 Jahren verlaufen wird, sondern der einzelne Mensch selbst. Es sind nicht nur Freiheitsdrang und Willkür am Werk, vielmehr ist es dem einzelnen sogar aufgetragen, innerhalb seiner persönlichen Gegebenheiten nach der besten Lösung, das heißt nach einer Möglichkeit sinnvollen Lebens zu suchen.

Kärtner Kirchenzeitung
„Es geht darum, in sich selbst die Quelle zu finden […] heilenden Kräften eine Chance zu geben.“

 
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