„Ich habe keine Millionen verzockt“ - ein offener Brief von Pater Anselm

Liebe Freunde!

Gestern habe ich voller Schrecken in der Zeitung gelesen, ich hätte 10 Millionen Euro verzockt. Ich bin sehr ärgerlich, dass die Bunte das Interview mit Nina Ruge, das um den Weg zur inneren Zufriedenheit kreiste, dazu benutzt hat, auf einmal die Aussagen über Geld, die nach dem Interview stattfanden, so reißerisch aufzumachen.

Ich habe keine Millionen verzockt. Ich habe nur gesagt, dass in der Finanzkrise 2008 natürlich unser Depot für einige Zeit im Minus war. Das ist jedem Vermögensverwalter so passiert. Aber nach zwei Jahren war alles wieder ausgeglichen. Ich habe in den letzten 40 Jahren sehr erfolgreich das Geld für die Abtei angelegt und dadurch die Möglichkeit geschaffen, unser Ökoprojekt zu finanzieren und die Schule zu finanzieren.

Entscheidend ist, was bei den Geldanlagen herauskommt. Dass da zwischendurch Anlagen - vor allem Anlagen auf Solarwerte - ein Minus einbringen, liegt in der Natur der Sache. Aber wenn die Anlagen gut gestreut sind, besteht da keine Gefahr. Bei meinen Geldanlagen sind mir die ethischen Gesichtspunkte sehr wichtig. Ich lege nur Aktien an, die ethisch vertretbar sind.

Auf keinen Fall habe ich Spenden angelegt. Die Spenden für die Mission werden sofort weitergeleitet. Aber für die Zukunft der Abtei ist es eben wichtig, kreativ mit dem Geld umzugehen. So konnten wir die Zukunft der Schule finanziell sichern und den Mitarbeitern einen sicheren Arbeitsplatz anbieten.

Mein persönliches Image ist mir gleich. Aber was mich ärgert, ist, dass der Eindruck entsteht, wir würden die Spenden für die Missionsarbeit nicht gut verwalten.

Ich wollte Euch das nur schreiben, damit Ihr die reißerischen Artikel, die in manchen Zeitungen erscheinen, richtig einordnen könnt.

Euer P. Anselm

Tags: Anselm Grün

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